Zwergkugelfische

Wissenschaftlicher Name: Carinotetraodon travancoricus
Deutscher Name: Zwergkugelfisch oder Erbsenkugelfisch
Englischer Name: Malabar puffer
Synonym(e): Tetraodon travancoricus
Erste Beschreibung: 1941 von Hora & Nair
Größe: ~ 3,5 cm
Wasserart: Süßwasser
Temperatur: 27 °C – 30 °C
Nahrung / Futter: sehr kleine Schnecken, r+w Mückenlarven,

Kein andere Fisch hat mich je mehr fasziniert als Kugelfische.

Die kleinen, ca 3-4cm groß werdenden Zwergkugelfische sind die bisher kleinste bekannte Kugelfischart im Süßwasser und absolut interessante Hingucker wenn sie so durch das Aquarium propellern.
Beschrieben wird diese Art oft als relativ friedlich. Trotzdem ist bei der Vergesellschaftung Vorsicht geboten, denn bei ruhigen und herumliegenden Fischen (Welsen) und langflossigen (Guppys) neigen sie oft zum Flossenbeißen. Ob man einen Flossenzupfer erwischt oder nicht scheint allerdings eine Charaktersache zu sein.

Auch die Aggressionen innerhalb der Art sollten nicht unterschätzt werden.
Mit Eintreten der Geschlechtsreife werden die Männchen agressiver und verteidigen das Weibchen was sie sich ausgesucht haben und ihr Revier aufs schärfste.

Ganz gut soll die Vergesellschaftung mit kleinen, schnell schwimmenden Schwarmfischen (Salmlern) funktionieren, allerdings zeigen Zwergkugelfische im Artaquarium ein ganz anderes Verhalten und scheinen sich sichtlich wohler zu fühlen.

Mein erster Zwergkugelfisch lebte in einem Gesellschaftsbecken mit Platys und Guppys. Inzwischen habe ich aber ein Artbecken ausschließlich für meine inzwischen fünf Weibchen und zwei Männchen gemacht.

Ihre Haltung ist eigentlich relativ einfach aber aufwendig, wenn man sie wirklich richtig artgerecht halten will.
Am wohlsten fühlen sich die kleinen Kugeln in neutralem Wasser (PH 7) bei ca 27°C.  Zwischendurch darf das Wasser aber auch gern mal bei 30-33°C schwanken, allerdings haben das viele Pflanzen auf Dauer nicht so gerne.

Die Zucht ist schwierig aber möglich. Nach tagelangem Balzgehabe laicht ein Paar in geschützten Moospolstern ab. Das Weibchen wird daraufhin vom Männchen vertrieben, welches das Gelege bis zum Freischwimmen der Jungen bewacht. Wenn es jedoch irgendwo Futter sieht verlässt es leider gern und oft die Brutstätte was dazu führt, dass nur sehr wenige durchkommen. Die meisten Eier verpilzen direkt oder die Babys werden schlicht und ergreifend von Artgenossen aufgefressen. Ich selbst habe in 3 Jahren nur lediglich 2 Jungtiere durchbekommen, der Rest ist zugekauft.
Wichtig ist, vor allem nach jeder Fütterung, eine gute Sauerstoffversorgung um den Fischen die Verdauung zu erleichtern. Die Fütterung ist das eigentliche Problem bei Kugelfischen. Sie sind dringend auf Schnecken angewiesen, denn sie haben 4 dauernd wachsende Zähnchen, die sich bei Fehlen der hartschaligen Nahrung nicht abnutzen was dazu führt, dass das Maul zuwächst und sie qualvoll verhungern!

Leider werden Zwergkugelfische oft als DIE Lösung gegen Schnecken verkauft. Nur wenige machen sich jedoch Gedanken darüber was passiert, wenn die Schnecken im Aquarium aufgefressen wurden. Eine separate Schneckenzucht ist notwendig um immer für Futter zu sorgen.
Zwergkugelfische kann man zwar auch mit lebenden Mückenlarven und Artemia beifüttern, ihre Hauptmahlzeiten sollten jedoch TÄGLICH aus Schnecken bestehen.
Am besten eignen sich Blasenschnecken. Posthornschnecken sind oft zu groß und werden daher nur angeknabbert und liegengelassen. Sie werden nur komplett gefressen, wenn man sie an der Scheibe oderzwischen den Fingern zerdückt. Turmdeckelschnecken werden garnicht gefressen. Sie scheinen zu hart zu sein. Pro Kugelfisch sollten es schon so 2-3 halbwüchsige Blasenschnecken am Tag sein.